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08.05.2026 | Die Fraktion FDP/FREIE WÄHLER im Stadtrat Halle (Saale) fordert in einer Anregung mehr IT-Souveränität für die Stadtverwaltung. Angesichts steigender Softwarekosten, wachsender Abhängigkeiten von außereuropäischen Technologiekonzernen und zunehmender sicherheitspolitischer Risiken soll Halle schrittweise stärker auf europäische und möglichst Open-Source-basierte Softwarelösungen setzen.

Dazu erklärt Tim Kehrwieder, Stadtrat der Fraktion FDP/FREIE WÄHLER und Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung: „Halle muss digital handlungsfähig bleiben. Wer sich bei Betriebssystemen, Bürosoftware, Cloud-Diensten oder KI dauerhaft von wenigen internationalen Konzernen abhängig macht, verliert Kontrolle über Kosten, Daten und Zukunftsfähigkeit.“

Die Fraktion verweist darauf, dass die städtischen Ausgaben für Softwarewartung und digitale Systeme in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind. Gerade in der angespannten Haushaltslage müsse die Stadt konsequent prüfen, wo Lizenzkosten reduziert und Abhängigkeiten abgebaut werden können. Kehrwieder weiter: „Open Source ist kein Selbstzweck, sondern ein Instrument für mehr Freiheit, mehr Sicherheit und mehr Wirtschaftlichkeit. Wir wollen keine riskanten Schnellschüsse, sondern einen klugen Stufenplan mit Pilotprojekten, Wirtschaftlichkeitsprüfung und Schulungskonzept.“

Gemeinsam mit der IT-Consult Halle GmbH soll geprüft werden, in welchen Bereichen ein Wechsel auf offene und europäische Lösungen technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist. Dabei geht es unter anderem um Arbeitsplatzrechner, Bürosoftware, E-Mail- und Groupware-Systeme, Cloud-Lösungen, KI-Anwendungen sowie zentrale digitale Basiskomponenten. „Die Stadt muss raus aus teuren Abhängigkeiten. Jeder Euro, den wir dauerhaft bei Lizenz- und Wartungskosten sparen, kann an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden – etwa für Infrastruktur, Sicherheit und eine leistungsfähige Verwaltung“, so Kehrwieder abschließend.